Das haben auch wir uns nach Fukushima gefragt und waren ziemlich geschockt, wie verstrickt Deutsche Banken mit der internationalen Atomindustrie sind.
Die Umweltorganisation urgewald hat in ihrer Verbraucherbroschüre „Wie radioaktiv ist meine Bank?“ die Finanzdienstleistungen elf deutscher Banken für die internationale Atomindustrie untersucht: von der Vergabe von Firmenkrediten über die Ausgabe und den Besitz von Anleihen bis zur Ausgabe und dem Besitz von Aktien.
Platz Eins belegt die Deutsche Bank, die zwischen 2000 und 2009 die Atomindustrie mit 7,8 Mrd. Euro unterstützt hat. Ihr folgen die Commerzbank mit 3,9 Mrd. Euro und die UniCredit/Hypovereinsbank mit 2,3 Mrd. Euro Unterstützung.
Den Stromanbieter haben wir schon vor Jahren gewechselt, seit ein paar Monaten haben wir endlich auch eine “vernünftige” Bank. Die Ethikbank legt Ihre Anlagekriterien und Depotstrukturen offen. Sie vergibt keine Kredite an bzw. kauft keine Aktien von Firmen aus der Atom- und Waffenindustrie, von Firmen, die Saatgut oder Pflanzen gentechnisch verändern und Unternehmen, die Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit und Korruption zulassen.
Mittlerweile gibt es ja einige nachhaltige Banken mit unterschiedlichen Portfolioschwerpunkten, z.B. GLS, Triodos oder Umweltbank. Leider bietet bisher keine dieser Banken eine Möglichkeit, Bargeld einzuzahlen. Wer als Einzelhändler oder Unternehmer mit Bargeldeinnahmen zu tun hat, steht also immer noch vor dem Problem, dass er Scheine und Münzen nicht direkt einzahlen kann. Hier empfiehlt sich dann der Umweg über eine Genossenschaftsbank.
Neben der Broschüre, gibt es auf der Website auch detaillierte Informationen zur Verstrickung der Banken mit der Waffen- und Atomindustrie, sowie vorformulierte Wechselbriefe.
Wer sich noch mehr informieren möchte, dem sei ein Termin Ende September in Berlin ans Herz gelegt. Am 21.09.2011 lädt der ecoShowroom ab 19.00 Uhr zur Gesprächsrunde mit dem Thema “Social Banking”. Die Expertin Barbara Happe von urgewald wird vor Ort sein, informieren und Fragen beantworten.
Social Banking Informationsabend am Mittwoch, 21. September 2011, 19 Uhr
ecoShowroom, Almstadtstraße 35, 10119 Berlin-Mitte
Der Abend ist offen für alle Interessierten, aufgrund des begrenzten Platzes bitten anmelden unter veranstaltungen@ecoshowroom.de
