Unser Beitrag zum Blog Action Day 2009…
Wer Mode nachhaltig produziert und bewusst konsumiert, kann seine CO2-Bilanz aktiv verbessern.
Ethisch und ökologisch nachhaltig produzierte Mode hat ihr 70er-Jahre-Müsli-Image längst hinter sich gelassen. Von der Kinderkleidung bis zum High Fashion Outfit gibt es mittlerweile öko-faire Bekleidung in allen Sparten. Gute Ausgangspunkte für verantwortliches Klamotten-Shopping sind z.B. der Multiblog www.korrekte-klamotten.de oder die Website über grüne Mode von Kirsten Brodde.
Verschiedene Siegel bescheinigen ökologische oder ethisch korrekte Produktion und helfen bei der Einordnung, z.B. GOTS, EKO oder Fair-Trade-Siegel. Eine Übersicht gibt die aktuelle Ausgabe der Greenpeace Textil-Fibel und der INNATEX-Labelguide.
Bio-Baumwolle statt konventioneller Baumwolle
kbA-Baumwolle kommt ohne Einsatz von giftigen Pestiziden und chemischen Düngemitteln aus, die Menschen und Tiere vergiften und die Ökosysteme schädigen. Gentechnisch verändertes Saatgut und Entlaubungsmittel sind ebenfalls tabu.
Fairtrade oder regionale Produktion
Besonders kleinere Labels produzieren lokal oder regional. Die daraus resultierenden kurzen Transportwege sind gut für die CO2-Bilanz und die heimische Wirtschaft.
Wer Fairtrade-Produkte kauft, unterstützt die Bauern und Arbeitskräfte in den Produktionsländern. Sie werden fair bezahlt und es gibt kontrollierte Arbeitsbedingungen. Kinderarbeit ist verboten. Ein Anteil des Geldes wird in Entwicklungsprojekte, wie z.B. Schulen oder Wasseraufbereitungsanlagen investiert.
Zeitlos chic
Nachhaltig ist auch Kleidung, die jenseits saisonaler Trends tragbar bleibt. Es ist besser, sich einige, qualitativ hochwertige Basics zuzulegen, die man gut kombinieren kann, als jede Saison den Kleiderschrank mit den neuesten Outfits zu bestücken und so bergeweise Altkleider zu produzieren.
Unempfindliche, pflegeleichte Kleidung aus Naturfasern muss nicht so oft gewaschen werden wie Synthetik. Helle Kleidung wird schneller schmutzig als dunklere, unifarbene Stoffe sind fleckempfindlicher als gemusterte. Also lieber Kleidungsstücke auswählen, die nicht so oft gewaschen werden müssen.
Secondhand
Muss es immer etwas Neues sein? Oft findet man beim Stöbern auf Flohmärkten oder in Secondhandläden wahre Schätze. Das schont Resourcen und ist meist auch noch günstiger. Besonders Kindersachen, die in den ersten Jahren wegen des raschen Wachstums der Kinder nur kurz getragen werden, kann man gut aus zweiter Hand kaufen und natürlich auch verkaufen.
Statt sie in den Müll zu werfen, kann man ausrangierte Kleidung über Flohmärkte und Secondhandläden wieder verkaufen, auf Kleidertauschparties oder im Freundeskreis tauschen, spenden (z.B. Oxfam) oder verschenken.
Sobald die eigenen Kinder die nächste Kleidergröße erreicht haben, findet sich im Bekanntenkreis sicher eine dankbare Abnehmerin für zu klein gewordene Babykleidung. Wer gleich Babysachen in Unisexfarben kauft, braucht sich auch keine Gedanken darüber zu machen, ob es eventuell Probleme mit Rollenmustern bei der Einkleidung des nachfolgenden Geschwisterkindes gibt.
Recycling
Ausrangierte Kleidungsstücke lassen sich recyceln und werden zu Taschen, Accessoires, Stofftieren und neuen Kleidungsstücken.
Waschanleitung
Auch die Waschtemperatur und das verwendete Waschmittel haben einen Einfluss auf unser Klima. Die Waschmaschine sollte nur angestellt werden, wenn sie auch voll beladen ist. Reduziert man die Waschtemperatur von 95 auf 60 Grad, wird der Stromverbrauch bereits um die Hälfte gesenkt. Und wäscht man anstelle von 60 Grad bei 40 Grad, was bei normal verschmutzter Wäsche meist völlig ausreicht, halbiert sich der Energieverbrauch nochmals. Wer auf die Vorwäsche verzichtet, spart zusätzlich Energie und Wasser. Moderne Waschmaschinen haben außerdem spezielle Energie- oder Wassersparprogramme.
Die Belastung der Umwelt kann zusätzlich durch die Wahl des Waschmittels und die richtige Dosierung reduziert werden. Überdosierung bringt kein besseres Waschergebnis, sondern nur höhere Kosten und Umweltbelastung. Experten raten wegen ihres höheren Tensidgehaltes von Flüssigwaschmitteln ab, deren organische Inhaltsstoffe belasten die Kläranlagen besonders stark. Extrem schädlich für die Umwelt sind Weichspüler, da diese nicht zur Reinigung der Wäsche beitragen und somit für den Waschvorgang unnötig sind. Auch Wasserenthärter sind meist nicht sinnvoll. Bei weichem Wasser sind sie überflüssig und für hartes Wasser reichen die bereits im Waschmittel enthaltenen Enthärter. Waschmittel im Baukastensystem lassen sich flexibel an die Art der Wäsche, den Verschmutzungsgrad, die Wasserhärte etc. anpassen. Konzentrate und Kompaktwaschmittel verbrauchen in der Herstellung weniger Energie und haben aufgrund des geringeren Volumens weniger Verpackungs- und Transportaufwand.
Das EU-Ökolabel weist besonders umweltverträgliche Produkte aus. Bio-Waschmittel sind frei von Zusätzen wie Phosphat, Enzymen, optischen Aufhellern, Duft- und Farbstoffen. Waschnüsse sind auch eine Alternative, für Spielplatz-verdreckte Kinderkleidung reicht die Waschkraft aber oft nicht.
Beim Umgang mit Bekleidung hat jeder Einzelne Einfluss auf den Umgang mit den Resourcen unserer Erde. Nachhaltigkeit hilft das Klima zu schützen.
Am 24. Oktober ist Klima-Aktionstag. Weltweit gibt es viele unterschiedliche Aktionen, um auf den dringenden Handlungsbedarf zur Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember hinzuweisen.
Informieren kann man sich z.B. hier (Aktionen nach Ländern und Städten gefiltert):
http://www.350.org/de/action-list



